Was ist ein Laminat

Laminatböden gehören zu den Holzprodukten, da sie vorwiegend aus Holzwerkstoffen hergestellt werden. Auf einer Trägeplatte befindet sich an der Oberseite ein entsprechendes Dekor das die Optik bestimmt. Vorwiegend werden Holzfußböden oder Stein dargestellt. Ein gutes Produkt ist schon ab ca. 15,00 € erhältlich. So gesehen sind Laminatböden die preisliche Alternative zum Parkettboden. Preis entscheidend ist hier nicht die Optik des Dekors, sondern die Qualität des Produkts. Ausgerüstet mit einer Nut/Feder-Verbindung kann der ca. 7-10mm starke Boden in kurzer Zeit im Raum schwimmend verlegt werden. Je nach Art zeichnet sich Laminat durch Langlebigkeit, Stoßfestigkeit, Lichtbeständigkeit und durch eine Vielzahl an Dekoren aus.

Die Oberfläche

Es gibt unterschiedliche Herstellungsverfahren für die Oberfläche.

1.DPL, direkt verpresstes Laminat. Bei diesen Produkten werden auf das Trägermaterial ein Dekorpapier und ein Overlay gelegt. Auf der Rückseite werden entsprechende Gegenzugpapiere platziert. Die mit Harz getränkten Papiere werden in einem einstufigen Verfahren mit der Trägerplatte verpresst.

2. HPL, das Hochdruck-Laminat besteht aus einer Resopalschicht und besitzt eine wesentlich stabilere Festigkeit. Die Verpressung erfolg wie beim DPL Boden.

3. CML, Continuous Multi Layer Laminat ist die Weiterentwicklung von DPL Oberflächen, allerdings werden die Papierlagen zu diesem Zweck imprägniert was die Vorteile von der DPL- und CPL-Technologie verbindet. Ein CML-Laminatfußboden ist spannungsarm, äußerst schlagfest und weist eine sehr hohe Kantenfestigkeit auf.

4. DPR, direkt Print Technologie ist eine völlig neuartige Herstellungsart. Das Trägermaterial wird direkt mit ökologischen Farben bedruckt und wasserlöslich, mit ultravioletten Strahlen gehärteten Lacken beschichtet. Dieses Verfahren ist besonders umweltschonend und erreicht überdies erstaunliche Wirkkraft bei den Dekoren.

Die Euro-Norm EN 13329 teilt die Oberflächen nach den Qualitätskategorien in verschiedene Beanspruchungsklasse oder Nutzungsklasse ein. Man unterteilt zwischen den Klassen "Wohnen" (W21/22/23) und "Gewerblich" (G31/32/33/34). Welches Produkt in welche Klasse eingeordnet wird, hängt von folgenden Kriterien ab:

- Abriebbeständigkeit
- Stoßfestigkeit
- Fleckenunempfindlichkeit
- Verhalten gegenüber Zigarettenglut
- Verhalten beim Verschieben eines Möbelfußes
- Stuhlrolleneignung
- Quellverhalten

Falls Sie sich für einen Laminat mit der Nutzungsklasse G34 entscheiden, so haben Sie das zur beste Produkt auf dem Markt.

Übersicht Beanspruchungsklassen

Wohnen W21 = Schlafzimmer, Gästezimmer.
Wohnen W22 = Wohnzimmer, Esszimmer, Flure.
Wohnen W23 = Küchen, gesamter Wohnbereich.

Gewerbe G31 = Hotelzimmer, Konferenzräume, Kleinbüros.
Gewerbe G32 = Büros, Warteräume, Boutiquen.
Gewerbe G33 = Kaufhäuser, Mehrzweckhallen
Gewerbe G34 = Mehrzweckhallen bei intensiver Nutzung.

Das Oberflächen-Dekor und die Stabgröße

Wenn man an Laminat denkt, sieht man immer noch die leicht glänzenden Buche und Ahorn Oberflächen. Durch neue Herstellungsverfahren sind jetzt so viele Dekore zur Auswahl, dass die Entscheidung schon schwer fällt.

Das gängige Dekor ist das Schiffsbodenmuster das in allen Arten von Holznachbildungen erhältlich ist. Dias Holzdekor kann individuell nach Hersteller verändert sein. Sehr schöne Dekore sind auch Landhausdielen oder ein Zweistab. Durch den Einsatz von unterschiedlich großem Trägermaterial können Planken im Format ca. 900x90mm, Bretter ca. 1300x190mm oder ungewöhnliche Formate mit ca. 1300x330mm hergestellt werden. Um den typischen Dielencharakter besser hervorzuheben, ist der Laminatboden auch mit umlaufender oder längsseiter Fase erhältlich. Hierdurch kann jedem Raum seine persönliche Note verliehen werden.

Laminatdekore sind auch in Steinoptik erhältlich. Trotz der beinahe perfekten Nachbildung von Fliesen, die sogar mit spürbaren Fugen aufzeigen, hat sich dieser weniger durchgesetzt.

Seither waren die Oberflächen meist leicht glänzend, aber durch neue Herstellungsverfahren können jetzt auch Matte, oder sogar Holzstrukturen perfekt nachgemacht werden. Hierfür stehen Namen wie Authentic Look, Brilliant, Ceramic, Natural Pore, Rustic, Velvet Matt oder Woodline. Durch den Einsatz von unterschiedlich großem. Durch alle diese Eigenschaften kann auch der Fachmann kaum noch Unterschiede zum Parkett feststellen.

Der Träger

besteht aus der Mittelschicht die aus Holzfaserplatten oder Spanplatten hergestellt wird. Die meisten Hersteller verwenden Hartfaserplatten (HDF). Gute Hersteller mischen Zusätze gegen die Feuchtigkeit bei (Aqua Resist, Quell Stopp oder grüne Platte Quell Stopp Plus). Die Gesamtstärke des Laminats sollte nicht dünner als 7mm sein. Das Rückenmaterial besteht aus weiterem Laminat als Gegenzug, um ein Verformen zu vermeiden. Um einen besseren Schallwert zu erreichen kann der Belag auf der Rückseite mit einer Dämmunterlage ausgerüstet sein.

Die Nut/Feder-Verbindung

Früher wurde der Laminatbelag mit einer normale Nut/Feder-Verbindung verleimt. Hierbei musste der Leim komplett die Kante des Brettes benetzen. Überschüssiger Leim wurde nach einer gewissen Trockenzeit mit einer Spachtel entfernt. Hierbei wurde die Oberfläche immer verschmiert und musste aufwendig wieder gereinigt werden. Ein Fertigparkettboden wurde in der Hälfte der Zeit verlegt. Erst seit Einführung der Klick-Verbindung eroberte das Laminat die Welt. Die Bretter können durch besondere Fräsung von Nut und Feder ineinander gesteckt werden. Die Verlegung erfolgt somit ohne Leim. Aus Patentschutz Gründen entwickeln viele Hersteller ihre eigenen Klick-Verbindung, einige Besser und andere schlechter.

Achtung vor Produkten die dünner als 7 mm sind. Denn hier ist das Trägermaterial einfach nicht ausreichend und die Nut/Feder kann abbrechen. Auch sind Knarrgeräusche, Kantenüberstände oder das komplette Abbrechen keine Seltenheit.

Die Verlegung

Laminat Verlegung Laminat Verlegung

erfolgt normalerweise Schwimmend auf einen sehr eben Unterboden (Erhöhte Ebenheitsanforderung). Ein Verkleben ist von vielen Herstellern nicht empfohlen und müsste später wieder sehr aufwendig entfernt werden. Die Wiederaufnahme und anschließende Neuverlegung z.B. beim Umzug, kann erfahrungsgemäß nur bei wenigen Klick-Systemen wirklich angewendet werden. Die Richtung der Verlegung sollte zum Hauptlicht angeordnet werden. Flure müssen aber der Länge nach verlegt werden. An alle Wände muss ausreichend Abstand gehalten werden. Alle Räume müssen durch geeignete Schienen an den Übergängen getrennt werden um eine freie Ausdehnung des Belags zu gewährleisten. Auch an Türzargen muss ausreichend Abstand gehalten werden. Besser ist es die Zarge auf die Höhe des Belags abzusägen. Achtung! Beim Anbringen von Türstoppern, die durch Dübel im Estrich befestigt werden, kann der Laminatböden beim Ausdehnen behindert werden, so dass Schäden entstehen können. Durch die lose Verlegung kann der Bodenbelag leicht wackeln was eventuell zu Knarr Geräuschen an der Sockeleiste führen kann. Außerdem ist der Raumschall schlechter als ein verklebter Boden. Viele Laminatbeläge sind Fußbodenheizung geeignet.

Es gilt jedoch immer, sich an jedem Paket beiliegende Verlegeanleitung zu halten.

Die Lebensdauer

Richtet sich nach der Qualität der Herstellungsart. Normalerweise ist der Boden für ca. 15-20 Jahre vorgesehen. Wenn alle Eigenschaften voll ausgenützt werden kann die Lebenszeit auch 30 oder 40 Jahre sein. Die Hersteller geben auf die Oberfläche zwischen 5 und 30 Jahren Garantie.

Gesundheit

Je nach Hersteller werden Laminatböden nach allen gesetzlichen Vorschriften zu Umweltfreundlichkeit hergestellt. Laminat läst sich ohne PCP, Formaldehyd oder andere Schadstoffe produzieren. Das bedeutet das der Verbraucher keinerlei Gefahren hinsichtlich Schadstoffe befürchten muss. Auch die Einstufung in die Brandklassen (schwer entflammbar) oder der Gleitwiderstand ist einzuhalten.

Fazit

Laminatboden ist der ideale Bodenbelag für modernes Wohnen. Wenn Ihnen gerade ein dunkler Boden gefällt und Sie wissen nicht ob das in 15 Jahren auch noch so ist oder Sie bleiben nur kurze Zeit in dieser Wohnung, können Sie ihren Boden einfach durch ein anderes Dekor austauschen lassen.