Schleifen von Holzböden

Neu verlegte Parkettböden müssen vor den Schleifarbeiten ausreichend klimatisiert werden, zudem muss der verwendete Parkettklebstoff ausgehärtet sein.

Bei der Renovierung von alten Böden sollte zuerst eine Prüfung der Stäbe erfolgen, ob noch eine ausreichende Verklebung zum Unterboden besteht. Auch bei Reparaturen muss der verwendete Klebstoff trocknen.

Im Normalfall lassen sich alle massiven Holzböden wie Parkett, Dielen oder Holzpflaster schleifen. Es sollte zuvor allerdings die Stärke der Nutzschicht geprüft werden. Dies ist auch bei Fertigparkett notwendig.

Vorhandenes Silikon am Parkett sollte vor der Ausführung entfernt werden, da einige Lacke hierdurch Haftungsprobleme bekommen können, die auch als Silikonschaden bekannt sind. Überstehende Nägel führen zu Beschädigung des Schleifmaterials und der Maschinen und müssen entfernt oder versenkt werden. Im Raum muss Strom 220V verfügbar sein. Die Entnahme von Kabeltrommeln führt zu Schäden an der Maschine.

Das Abschleifen von Parkett ist eine handwerklich anspruchsvolle Aufgabe. Im rohen Zustand sind Unregelmäßigkeiten wie Schleifspuren kaum sichtbar. Erst nach der Beschichtung mit Lack oder Öl/Wachs werden diese erst richtig sichtbar und sind nicht mehr nachzubessern. Wer eine 100% Ausführung haben möchte sollte aus diesem Grund diese Arbeit von einem Fachmann erledigen lassen.

Das Bearbeiten der Fläche

erfolgt mit einer Bandschleifmaschine und Schleifbändern in verschiedenen Körnungen. Begonnen wird mit Korn 36-40. Die Schleifrichtung wird beim ersten Schliff diagonal zum Parkettstab gewählt. Hierdurch erzielt man eine bessere Ebenheit. Anschließend wird mit dem gleichen Schleifband in Richtung des Stabs oder des Musters geschliffen. Nach dem die Fläche auf diese Weise bearbeitet wurde müssen alle Unebenheiten und alte Lacke entfernt sein. Erst dann erfolgt der mittlere Schleifgang in Körnung 60, der je nach Parkettmuster quer zum vorherigen Schleifgang gewählt werden sollte.

Der Rand

wird mit kleineren Maschinen (z.B. Randmeister, Leger, Flip) und rundem Schleifpapier bearbeitet. Für den Grobschliff sollte die Körnung 24-50 gewählt werden.

Schleifstaub alter Parkettlacke oder Öle können selbst entzündlich sein und sollten entsprechend gelagert werden.

Nachfolgend wird die komplette Fläche mit Parkettfugenkitt, gemischt mit feinem Holzstaub, abgespachtelt. Größere Fugen müssen eventuell mehrmalig überarbeitet werden. Die Fugen können im laufe der Zeit durch den normalen Klimawechsel wieder entstehen. Wichtig ist, dass die Fugen vor der Beschichtung geschlossen sind. Eingebrachter Lack würde die Fuge verkleben und unter Umständen zu Schäden führen. Die Trocknungszeiten des Fugenkitts sind einzuhalten.

Beim Feinschliff sollte zuerst der Rand bearbeitet werden. Ideal hierfür ist die Flip-Schleifmaschine mit Klettpapier in Korn 80, die hierdurch Schleifspuren minimiert. Ecken können mit einem Winkelschleifer, Dreiecksschleifer oder von Hand bearbeitet werden.

Vor dem Endschliff mit der Bandschleifmaschine in Korn 100-120 sollte die Fläche gründlich mit einem Industriesauger abgesaugt werden. Hierbei müssen am fertigen Rand Verschmutzungen (Z.B auch schwarze Staubsauger Düsen) verhindert werden. Die Schleifrichtung des Endschliffes richtet sich vorwiegend nach dem Parkettmuster und der Holzrichtung, sollte aber auch möglichst quer zum mittleren Schleifgang sein.

Um ein noch besseres Schleifbild zu erreichen, kann der Parkett anschließend mit einem Multi-Disc-Shuttle (spezielle Schleifscheibe) oder mit einem runden Schleifteller und der Tellerschleifmaschine nachgeschliffen werden. Hierdurch werden Fehler wie Riefen erkennbar. Für den Randbereich eignet sich hierzu ein Rotationsschleifer (z.B. Festo). Gerade für einem Auftrag mit Öl/Wachs ist dieses empfehlenswert. Zwei Dinge sollte man aber beachten: Erstens darf das Schleifmittel nicht zu grob sein da hierdurch runde Kratzer nach der Beschichtung sichtbar sind. Zweitens darf man bei einem Öl Einsatz die Holzoberfläche nicht mit einem zu feinen Korn bearbeiten, da dass das Eindringen des Öls in Holz verhindert.